Auto-Beilagen und Rubriken in Zeitungen

Ich habe in letzter Zeit diverse Zeitungen angeschrieben, die immer noch ein Ressort „Auto“ führen und darin auch (fast) ausschließlich auf das Auto und die Autobranche fokussieren. Andere alternative Verkehrsmittel oder Mobilitätsentwicklungen kommen dort nur am Rande vor. Ich habe darum gebeten, ein wenig mehr Vielfalt im Titel und in der Berichterstattung abzubilden und eine derartige Rubrik in „Mobil“, „Mobilität“ o.ä. umbenennen und dort auch einer alternativen Verkehrspolik und anderen schadstoffarmen und ressourcensparenden Transportmitteln ausreichend Platz einräumen.

Die Mitteldeutsche Zeitung hat sich offenbar richtig intensiv mit der Thematik und meinem Vorbringen befasst. Die (ausfühliche) Antwort lautet: „Vielen Dank für Ihre Nachricht und den Denkanstoß.“ Aha … tja, soviel zum Umgang mit Leserkritik.

Das Nutzwerk, welches die Freie Presse sowie die Sächsische Zeitung redaktionell betreut, nahm sich etwas mehr Zeit für mein Anliegen. Sie gaben als Grund für ihr Ressort „Auto und Verkehr“ an, dass der „… Schwerpunkt der Seite bewusst auf dem Auto liegt, weil sie den Kfz-Anzeigenmarkt flankiert, der für regionale Leser immer noch sehr wichtig ist. Dass sich die Mobilität in Deutschland verändert, spiegelt sich in der SZ täglich auf vielen anderen Seiten wider – im Lokalteil, in der Wirtschaft und auf der Leben-Seite, wo wir z.B. regelmäßig die Fahrradneuheiten vorstellen. Die Magazinseite „Auto & Verkehr“ ist die einzige Seite, auf der es einmal wöchentlich um Autoneuheiten geht. Wie der Name Verkehr sagt, berichten wir zusätzlich hier auch über andere Formen wie am Sonnabend über Motorräder oder auch über E-Mobilität, Caravan-Trends etc.  Wichtigstes Kriterium für unsere Berichterstattung ist das Leserinteresse. Insofern werden wir Veränderungen aufmerksam verfolgen und gegebenenfalls auch entsprechend reagieren.“

Spiegel, Focus und Stern (jeweils die Online-Ausgabe) haben sich gar nicht geäußert, wobei man selbst das irgendwie als Äußerung verstehen kann!

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ca. 6 Monate später: Was sehen meine wunden Augen? Zumindest Spiegel hat seine Auto-Rubrik umbenannt. Sie heißt jetzt „Auto und Mobilität“. Na immerhin, sie scheinen sich ja doch mit meinem (oder unser aller) Anliegen befasst zu haben. Vielen Dank dafür!