Menschenversuche …?!

Die deutsche Autoindustrie hat für ihre Abgastests nicht nur Affen, sondern auch Menschen eingesetzt. Laut Medienberichten wurde die Wirkung unterschiedlicher NO₂-Konzentrationen in der Atemluft bei 25 gesunden Versuchspersonen untersucht.

Was soll man dazu noch sagen? Es fehlen einem eigentlich die Worte. Mit was für Methoden die deutschen Autokonzerne ihre „Forschung“ betreiben, erinnert an längst vergangene Zeiten.

Da stellt sich natürlich auch die Frage, wieso Privatunternehmen eine „Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT)“ gründen können, welche die Forschungsergebnisse entsprechend ihrer eigenen Vorgaben beeinflussen. Was ist mit den Werten und ethischen Prinzipien innerhalb der Forschung passiert? Und wieso kann man eine Universität, in dem Fall die in Aachen, für derartig „Lobby-Forschung“ problemlos einbinden?

Gibt es denn niemanden, dem eine derartige Beeinflussung auffallen könnte? Eigentlich werden Geschäftsführung und wichtige unternehmerische Vorgänge durch einen Aufsichtsrat kontrolliert. Im Falle von VW ist sogar das Land Niedersachsen, vertreten durch seinen Wirtschaftsminister, Mitglied desselben. Aber allzu viel Aufsicht scheint ja dann doch nicht zu erfolgen. Oder ist es der Geschäftsführung möglich, auch hier die Kontrollmechanismen nach eigener Laune zu steuern?

Fragen über Fragen … Ich bin gespannt, was im Rahmen der Aufklärung dieser Vorkommnisse noch alles zu Tage tritt. Ich wäre nicht überrascht, wenn die Spitze des Eisberges noch lange nicht erreicht ist.


weitere Informationen darüber findet ihr auch hier: https://www.zdf.de/nachrichten/heute-sendungen/abgastests-an-menschen-und-affen-100.html

2 Gedanken zu “Menschenversuche …?!

  1. Vielen Dank für deinen Kommentar. Das freut mich sehr! Und ja, du hast natürlich recht. Die Überschrift ist provokant und überspitzt. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass Versuche mit Ab“gasen“ in der Historie Deutschlands eine sehr traurige Rolle spielten und auch damals die Industrie darin verwickelt war. Und auf alle Fälle bin ich bei dir, wenn es darum geht, dass die Politik viele Jahre lang auf Seiten der Autohersteller war und immer wieder weggeschaut hat, wenn es darum ging, rechtliche oder politische Konsequenzen zu ziehen. Das steht außer Frage!

  2. A. Weber

    Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Die Probanden für diese Versuche wurden nicht gewaltsam eingesperrt, es waren freiwillige! Was man von den Betroffenen Makaken nicht behaupten kann.
    Die Politik täte gut daran, sich mit ihren Kommentaren etwas zurückzunehmen; anstatt die Abgassünder zur Einhaltung der gebrochenen Gesetze zu verdonnert, hat nan ihnen mit der wenig wirksamen „Softwarelösung“ signalisiert, daß die Gesetze für sie nicht gelten.
    Jetzt im Nachinein mit der Moralkeule zuzuschlagen (gegen rechtlich korrekte Vorgänge) zeigt ein deutliches Bild vom Rechtsverständnis derer, die sich anmaßen, urteilen zu können.

    Die Tatsache bleibt, daß verschiedene Automobilhersteller in betrügerischer Absicht falsche Abgaswerte vorgespielt haben, und dafür von der Politik (nicht von den Gerichten, die dafür zuständig sind) eine Generalabsolution erhalten haben.
    Wo blieb damals der Sturm der Entrüstung, als sich die Regierung über geltendes Recht hinwegsetZTE?

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