Kein Wiener Schmäh – Tickets für nur einen Euro

Was für eine Stadt! Nicht nur, dass Wien regelmäßig einen der vorderen Plätze belegt, wenn die lebenswertesten Städte der Welt gekürt werden.

Obendrein ist deren öffentlicher Nahverkehr auch preisverdächtig. Denn eine Jahreskarte für die Wiener Linien kostet lediglich 365 EUR, also 1 EUR pro Tag. Dieser Preis gilt für alle öffentlichen Verkehrsmittel innerhalb Wiens und berechtigt zu beliebig vielen Fahrten mit U-Bahn, Straßenbahn oder Bus. Das Fahrrad kann dabei kostenlos in der U-Bahn und in Zügen des ÖBB mitgenommen werden.

Und als Schmankerl obendrauf: Das Jahresticket kann JEDERZEIT gekündigt werden. Die Kündigungsgebühr kostet nur 22 EUR und das Beste … sein restliches „Guthaben“ der Jahreskarte bekommt man zurückerstattet. Man geht also keinerlei Risiko und verliert im Zweifel lediglich. What a wonderful world!

Auch alle anderen Zeitkarten (also 3-Tages-Ticket, Monatsticket etc.) sind gegenüber Einzelkarten preislich sehr viel attraktiver.

ABER ACHTUNG: Das Management der Wiener Linien möchte offenbar, dass die Leute regelmäßig und vermehrt diese Zeittickets buchen. Daher finden sich in vielen U- und Straßenbahnen sowie an den Haltestellen keine oder nur noch ganz vereinzelte Ticketautomaten. Man sollte sich also vor Nutzung Gedanken machen, welches Ticket benötigt wird, um nicht in eine brenzlige Situation zu geraten …

Auch auf einem anderen Problemfeld sind die Wiener Linien ganz weit vorn. Denn sie unterhalten nicht nur ein dichtes Netz an U- und S-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen. Es werden auch Taxis und Carsharing in das Angebot einbezogen. Wer z.B. in einem Randbezirk wohnt, wo kein Bus fährt, kann bis zu 15 Min. vor der gewünschten Abfahrt ein sog. Astax (Anruf-Sammel-Taxi) bestellen. Die Astax fahren bestimmte Linien ab und können auch nachts zum Preis eines normalen ÖVPN-Tickets genutzt werden. Die Sammeltaxis decken also die Gebiete ab, in denen sich der Einsatz eines regelmäßigen Linienbusses nicht rechnet, aber trotzdem kommen alle Leute ohne großen Zeit- und Geldaufwand ganz leicht an ihr Ziel.

Da haben sich wirklich mal Leute Gedanken gemacht. Die Idee sollte unbedingt auch in Deutschland übernommen werden. Also, ihr Verkehrsplaner … schaut auf diese Stadt!