Ideen gegen Elterntaxies

Kennt ihr das auch, das Chaos morgens vor den Schulen? Überall Eltern mit ihren sog. „Elterntaxies“, die ihre Kinder zur Schule bringen und damit die Straße davor erst so richtig gefährlich machen? Sie halten mitten auf der Straße oder auf dem Fahrradweg, öffnen einfach die Autotür, beim Wenden wird die komplette Straße blockiert. Es ist einfach furchtbar. Angeblich wird mittlerweile fast jedes vierte Kind zur Schule chauffiert.

Aber es regt sich langsam etwas. Es gibt Menschen, die diesem Chaos ein Ende bereiten wollen, und zwar mit tollen Ideen. Ich stelle euch heute zwei davon vor. 

Da ist zum Beispiel das Bundesrealgymnasium in Wels (Österreich). Die Schule hat sog. Bike&Ride-Stationen eingerichtet. Dort treffen sich die Schüler, um gemeinsam zur Schule zu fahren. Vor der Schule wiederum wurde ein Autoparkplatz umfunktioniert. Dort treffen sich die Schüler nach der Schule wieder für die gemeinsame Nachhausefahrt. Durch die Gruppenfahrt soll die Sicherheit erhöht werden. Denn als Pulk sind die Kinder im Straßenverkehr sichtbarer. Das wiederum erhöht auch die Zustimmung der Eltern zu diesem Projekt. Außerdem wird der soziale Zusammenhang gestärkt und die Kinder bewegen sich.

Ein anderes Beispiel stammt aus Barcelona. Dort beschlossen fünf Familien, gemeinsam mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren, um sich nebenher für Radwege und sicherere, ruhigere Straßen einzusetzen. Immer mehr Familien schlossen sich an, bis es zu einer wöchentlichen Veranstaltung wurde. Jeden Freitagmorgen fährt nun der sog. „Bicibus“ (zu deutsch Fahrrad-Bus) als Fahrradtross einen festgelegten Weg zu diversen Schulen im Stadtteil Eixample ab. Kinder und Eltern können sich entlang der Strecke mit ihren Rädern, Rollern oder Skateboards anschließen. Der Weg, den der „Bicibus“ jeden Freitag nimmt, führt zunächst durch das Viertel und dann entlang einer belebten Durchgangsstraße, an der sich mehrere Schulen befinden. Circa 20.000 Autos befahren jeden Tag diese Straße. Durch diesen speziellen Konvoi aber kommen die Kinder einigermaßen sicher zur Schule. Sogar die Polizei eskortiert den Tross auf seinem Weg.

Die Eltern hoffen, dass die wachsende Zahl an Kindern und Eltern in dieser speziellen Fahrradkolonne die Behörden zwingt, einen sicheren Radweg abseits der Hauptverkehrsstraße zu bauen. Denn auch Fahrräder sind ein Fortbewegungsmittel. Wenn ein Sechsjähriger aber mit dem Fahrrad zur Schule fahren kann, bedeutet das, dass es jeder andere auch kann. Wenn die Menschen ihre Räder nutzen, wird Barcelona auch eine gesündere, ruhigere und insgesamt bessere Stadt – so die Initiatoren.

Das sind doch tolle Ideen, findet ihr nicht auch? Vielleicht könnt ihr in dieser oder ähnlicher Form auch solche Projekte in eurer Stadt ins Leben rufen. Es wäre zumindest ein Anfang.

Also, Make Jam Not Traffic!

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